Im Leben gibt es ohnehin genug Regeln. Manche sollen jedoch helfen. Zum Beispiel die Regeln dafür, wie man sich gut kleidet. Natürlich spricht jeder Mann und jede Frau, die zu solchen Dingen eine Meinung haben, aus persönlicher Erfahrung – und zweifellos funktioniert nicht immer, was für den einen funktioniert; oder was für den einen funktioniert, gilt dem anderen als zu bieder oder zu avantgardistisch. Wenn es also ums Anziehen geht, sollte man sie immer als Anhaltspunkte verstehen. Es sind solide Empfehlungen und nicht das letzte Wort in Sachen Stil.
Guter Rat ist jedoch nie zu verachten. Und da Herrenmode immer vielfältiger und abwechslungsreicher, experimentierfreudiger und üppiger sowie immer stärker von Trends geprägt wird, kann es in Momenten der Verwirrung und des Selbstzweifels hilfreich sein, eine wertvolle Orientierung zu haben, die Ordnung ins Chaos bringt.
Diese „Regeln“ beruhen meist auf Geschichte – sie haben über Generationen funktioniert und dürften daher auch heute noch gut funktionieren. Außerdem basieren sie auf dem Offensichtlichen, das so offensichtlich ist, dass es oft übersehen wird: eine Vorliebe für gute Passform, hohe Qualität, Vielseitigkeit, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, das Vermeiden von Extremen und Zurückhaltung.
Natürlich gibt es weitaus mehr Regeln als die hier vorgestellten. Einige davon haben Sie vielleicht bereits selbst entdeckt. Schließlich ist genau das ein Teil der Freude an Kleidung, die keine Regel einschränken sollte: neue Kleidungsstücke auszuprobieren, zu sehen, ob sie einem stehen, und herauszufinden, wie man sich darin fühlt. Doch diese Regeln haben sich über die Zeit bewährt und dienen in ihrer Kombination als zuverlässiger Leitfaden dafür, wie man sich heute gut kleidet.
1. Tragen Sie einen Anzug richtig
Der Schlüssel zu einem gut aussehenden Anzug ist die Passform. Wenn Sie einen Anzug von der Stange kaufen, sollten Sie auf die Passform im Schulterbereich achten, denn Brust und Taille anzupassen, ist laut Davide Taub, dem Leiter für Maßanzüge beim Schneider Gieves & Hawkes in der Savile Row, vergleichsweise einfach. „Seien Sie vorsichtig mit dem Tragen eines Anzugs aus einer bestimmten Epoche, es sei denn, Sie streben einen durch und durch zeittypischen Look an, denn für sich allein wirkt der Anzug schnell wie ein Kuriosum“, fügt er hinzu. Klassisch ist am besten und am vielseitigsten – dunkel, zweiknöpfig, einreihig und mit zurückhaltenden Details. „Er ist nicht langweilig. Ein Anzug ist eine Uniform. Betrachten Sie ihn als Leinwand, auf der Sie unterschiedliche Ideen Ihrer Individualität aufbauen können. Entscheidend ist, wie Sie ihn tragen, nicht das Etikett im Inneren.“



























