Was zum Teufel ist der Unterschied zwischen „Slim“, „Skinny“, „Loose“ und „Relaxed“?
Warum die Passform von Jeans wichtig ist
Jeder Mensch ist einzigartig, und es gibt viele Männer, die ihre Kleidungswahl ernst nehmen. Trotzdem machen viele Männer noch immer einen grundlegenden Fehler: Sie denken, „Loose“ sei gleichbedeutend mit „bequem“. Nun, fairerweise stimmt das gewissermaßen – allerdings auf Kosten all dessen, was an deinem Körper für andere attraktiv sein könnte. Andererseits wecken Wörter wie „Skinny“ und „Slim“ Vorstellungen von Unbequemlichkeit. Bei manchen Männern entsteht der Eindruck, sie würden den ganzen Tag Ausfallschritte machen müssen, um vergeblich zu versuchen, ihre, äh, Körperteile richtig zu positionieren.
Die Wahrheit, wie ich viel zu spät in meiner vergeudeten Existenz herausgefunden habe, ist, dass echter Komfort von Kleidung kommt, die tatsächlich passt – wenn auch nicht unbedingt locker sitzt. Klar, Jogginghosen sind vielleicht der Inbegriff von „Mir doch egal“-Komfort. Aber in dem Moment, in dem du eine Jeans anziehst, die richtig sitzt, ist das ein bisschen so, als wenn Rick Mortyeine vollkommen ebene Plattform baut: Du wirst nie wieder zurückwollen.
Verschiedene Passformen bei Herrenjeans
Hier ist eine einfache Übersicht über die verschiedenen Passformen, aus denen du wählen kannst, und ihre Bedeutung. Verschiedene Marken werden bei der Bezeichnung möglicherweise etwas kreativ, aber es gibt standardmäßige Schlüsselbegriffe, die normalerweise zuverlässig sind.
Zunächst solltest du wissen, dass es zwei Kategorien von Passformbezeichnungen gibt: Die erste beschreibt den Gesamtschnitt der Hose, die zweite die Beinöffnungen. Diese werden oft auf unterschiedliche Weise kombiniert, was die Sache noch komplizierter macht.
Die typischen Adjektive zur Beschreibung des Gesamtschnitts deiner Hose sind Straight, Skinny, Slim, Relaxed und Loose. Das bedeuten sie:
- Straight. Bei einer Straight-Passform haben die Hosenbeine über ihre gesamte Länge denselben Umfang. Dadurch wirken sie unterhalb des Knies etwas weit, weil deine Beine dort schmaler werden. Straight-Jeans, manchmal auch „Regular“ genannt, sind für jeden bequem und eine gute allgemeine Wahl, wenn du nicht genau weißt, was du möchtest.
- Skinny. Skinny-Hosen ähneln Hosen mit geradem Schnitt, sind aber, du weißt schon, schmaler. Das bedeutet genau, was du denkst: Sie sind schmaler, haben aber über die gesamte Beinlänge denselben Umfang. Sie eignen sich gut für Männer mit schlanken Beinen, die in Straight-Hosen regelrecht versinken.
- Slim. Manche Marken unterscheiden zwischen Slim und Skinny. Slim-Hosen sind im Gesäß- und Oberschenkelbereich schmaler, im unteren Beinbereich jedoch weiter. Es geht einfach darum, den richtigen Schnitt für deine Körperform zu finden. Wenn du kräftige Oberschenkel, aber dünne Waden hast, könnte Slim perfekt sein.
- Relaxed. Das ist gewissermaßen das Gegenteil von Slim: Relaxed-Passformen bieten mehr Platz im Gesäß- und Oberschenkelbereich sowie ein schmaleres unteres Bein – allerdings kein „Skinny“-schmales unteres Bein. Wie der Name schon sagt, ist dies eine sehr bequeme Passform. Heutzutage wird sie manchmal auch „Athletic“ genannt – einfach aus Marketinggründen.
- Loose. Loose-Jeans und -Hosen bieten überall sehr viel Platz. Die Hosenbeine sammeln sich tendenziell um deine Schuhe und sind allgemein sehr weit.
Kommen wir nun zu den Beinöffnungen. Ein wichtiger Faktor dafür, wie Hosen an dir aussehen, ist der Schnitt des Hosenbeins. Das ist eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Vorlieben sowie der Art von Schuhen, die du bevorzugst. Diese Begriffe solltest du kennen:
- Straight. Ein gerades Bein läuft überhaupt nicht schmaler zu, daher haben die Beinabschlüsse denselben Umfang wie der Rest des Hosenbeins. Es fällt ziemlich weit um deine Knöchel.
- Tapered. Tapered-Beine werden nach unten hin schmaler und sitzen daher enger um die Knöchel. Beim Anziehen können sie sich wegen deiner unansehnlich großen Füße sogar etwas eng anfühlen.
- Bootcut. Wenn du Cowboystiefel trägst, sind diese Hosen genau das Richtige für dich, denn die Hosenbeine sind so geschnitten, dass sie unterhalb des Knies Platz für die Stiefel bieten. Ohne die Stiefel sehen sie möglicherweise nicht richtig aus und fühlen sich auch nicht so an.
Es ist erwähnenswert, dass Marken manchmal neue und aufregende Bezeichnungen für diese Passformen finden wollen und dass verschiedene Hersteller diese Begriffe unterschiedlich auslegen. Die Grundlagen bleiben jedoch immer gleich. Die einzige Möglichkeit herauszufinden, welche Passform und Beinöffnung du bevorzugst, besteht darin, sie anzuprobieren. Ein altmodischer Besuch in einem Ladengeschäft – oder eine ausgiebige Runde aus Online-Bestellungen und Rücksendungen – könnte also angebracht sein. Gehe beispielsweise nicht davon aus, dass du niemals Skinny-Jeans tragen würdest, bevor du nicht tatsächlich gespürt hast, wie sie sich anfühlen. Denn deine Kleidung sollte dafür sorgen, dass du dich gut fühlst und gut aussiehst. Das alles hängt vom Schnitt ab.
Behalte auch die Waschungen von Jeans im Blick
Auch wenn du die Passform deiner Jeans kennst, bist du noch nicht fertig. Da Denim vor dem Tragen auf viele verschiedene Arten behandelt werden kann, musst du auch Waschungen und Verzierungen berücksichtigen.
Du kannst dir die „Waschung“ deines Denims als seine Farbe und Haptik vorstellen, aber Waschungen gehen etwas tiefer. Deine Jeans kann verschiedene Behandlungen durchlaufen, bevor du sie anziehst, um dich darin zu präsentieren. Das sind die wichtigsten:
- Raw. Raw-Denim ist unbehandelt und ungewaschen, daher fühlt es sich steif und unnachgiebig an. Die blaue Farbe des Stoffes wird ausbluten und etwas abfärben, bis du die Jeans einige Male gewaschen hast. Sie hat einen altmodischen Charakter.
- Rinse Wash. Damit ist leicht gewaschener Denim gemeint, der etwas weicher als Raw-Denim, farblich aber immer noch sehr dunkel ist. Die Farbe wird weiterhin etwas abfärben. Daher solltest du deine neue Hose einige Male selbst waschen, bevor du sie irgendwo trägst.
- Medium Wash. Das ist gewissermaßen der klassische Jeans-Look: Jeans mit Medium-Waschung fühlen sich weich an, sind heller blau und wirken etwas verwaschen. Die Farbe blutet nicht aus und färbt nicht ab.
- Getönt/farbig. Die meisten Jeans werden im klassischen Indigo gefärbt, aber du kannst deine Jeans auch in einer Vielzahl anderer Farben bekommen, die technisch als „getönt“ gelten.
- Stone Wash, Acid Wash und Enzyme Wash. Diese Waschungen verleihen Jeans mithilfe verschiedener Verfahren ein gealtertes, abgetragenes Aussehen. Stonewashed-Jeans werden mit Bimssteinen gewaschen, um einen gealterten, eingetragenen Look zu erzielen. Beim Acid Wash wird ein Bleichmittel hinzugefügt, damit die Jeans verwaschen wirkt. Die Enzymwäsche ist eine umweltfreundlichere Methode, Jeans vorzeitig altern zu lassen.
Was du über Destroyed-Jeans wissen solltest
Eine weitere Behandlung, die das Aussehen und die Haptik deiner Jeans beeinflusst, ist das sogenannte Distressing:
- Destroyed. Destroyed-Jeans werden manchmal auch „Ripped“-Jeans genannt – und damit ist genau das gemeint, was du denkst. Der Stoff wird aufgeraut und zerrissen, manchmal bis ins Lächerliche. Die Idee dahinter ist, das Aussehen und die Haptik einer alten Lieblingsjeans direkt von der Stange zu erzeugen.
- Grinding. Beim Grinding werden Nähte und Säume deiner Jeans abgetragen und ausgefranst. Dies wird oft, aber nicht immer, mit Distressing kombiniert und verleiht der Jeans ebenfalls einen „getragenen“ Look.
- Bleaching. Eine gebleichte Jeans sieht einfach so aus, als hättest du versehentlich Bleichmittel darauf verschüttet. Dadurch entsteht ein „fleckiger“ Look, der den modernen Jeans-Look zwischen lässig und nicht ganz so lässig betont.
Die Welt der Hosen und Jeans ist weitaus komplizierter, als du denkst. Aber wenn du dir mehr als zwei Sekunden Gedanken darüber machst, was diese Begriffe für dich bedeuten, wird sich das enorm auszahlen, sobald deine Hose zum ersten Mal in deinem Leben richtig sitzt. Gern geschehen.
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